Archiv für Februar 2009

Bildungsdemo in Duisburg

Bildung statt Banken – Bildungsblockaden einreißen!

Jeden Tag erleben wir in der Schule die katastrophalen Auswirkungen der „Sparpolitik“, welche seit Jahren von unseren Politikern im Bildungsbereich praktiziert wird.
Dadurch das viel zu wenige LehrerInnen in den Schulen eingestellt werden, müssen wir in viel zu großen und überfüllten Klassen lernen. Zudem sind viele Schul- und Lerngebäude längst baufällig, marode und verwahrlost. Die Renovierung solcher Schulen wird aber meist als zu teuer und nicht notwendig abgetan. Genauso werden Kosten für Bücher, Kopien und Klassenfahrten rücksichtslos auf die Eltern abgewälzt. Auch durch die Umstrukturierung von Halbtags- zu Ganztagsschulen kommen weitere Kosten für das Mittagessen auf die Eltern zu, denn diese werden nicht von den Kommunen übernommen, sondern müssen aus eigener Tasche bezahlt werden.
Durch die Einführung der Studiengebühren wird vielen SchülerInnen, vor allem aus ärmeren Verhältnissen, die Chance auf ein Studium genommen. Das kostspielige Studium führt dazu, dass immer mehr AbiturientInnen auf den Ausbildungsmarkt drängen und verschärfen so die Konkurrenz um die Ausbildungsplätze.
All diese Missstände werden uns täglich zugemutet und Forderungen nach mehr Geld für Bildung mit dem Argument, dass der Staat kein Geld hätte abgetan. Doch noch im selben Atemzug werden hunderte von Milliarden ohne lange zu zögern in marode Banken gepumpt um diese vor der selbst verschuldeten Insolvenz zu bewahren.

Der Druck auf Schülerinnen und Schüler wird immer weiter erhöht. Durch die Schulzeitverkürzung (G8), dass so genannte Turbo-Abitur, wird den SchülerInnen ein Lernjahr genommen, um sie früher auf den Arbeitsmarkt zu schicken und sie für die Wirtschaft zugänglich zu machen. Die Selektion der SchülerInnen nach der 4. Klasse, in Gymnasium, Haupt- und Realschule, die verpflichtend durch die KlassenlehrerInnen durchgeführt wird, dient einzig und allein der Bildung einer kleinen Elite und einer breiten Masse von billigen LohnarbeiterInnen.
Auch die Wiedereinführung der Kopfnoten ist ein weiteres Selektionsmittel für die Wirtschaft und deren Auswahlverfahren. Hier sollen diejenigen SchülerInen herausgefiltert werden, die ihre Individualität ausleben und somit nicht in das Bild eines folgsamen Schülers passen. So wird das primäre Ziel von Schule (Vermittlung von Bildung) durch Ziele und Interessen der Wirtschaft ersetzt. Durch Lernstandserhebungen und zentrale Abschlussprüfungen sollen SchülerInnen gleich geschaltet und für die Wirtschaft vergleichbar gemacht werden.

Deshalb wollen wir mit einer lautstarken und ruhrgebietsweiten SchülerInnendemonstration zeigen, dass wir uns die Missstände des deutschen Bildungssystems nicht länger bieten lassen.

Beteiligt euch an unserer Demonstration gegen das marode Bildungssystem und kommt am 21.03. um 13 Uhr zum Bahnhofsvorplatz in Duisburg.

Wir verstehen unseren Kampf um ein besseres Bildungssystem als antirassistisch. Faschisten, Sexisten und Rassisten jeder Art werden von der Veranstaltung ausgeschlossen.
Des weiteren bitten wir den Wunsch der SchülerInnenbündnisse zu respektieren weder Partei- noch Nationalfahnen mitzubringen.

Wir fordern:
Vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit
Kostenlose Bildung
Abschaffung von Studiengebühren
Abschaffung von Kopfnoten
Abschaffung von zentralen Prüfungen
Keine Benachteiligung von MigrantInnen
Keinerlei Privatisierung und Sponsoring
Mehr LehrerInnen und kleinere Klassen