Archiv für Mai 2009

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Aufruf

An alle Mistreiterinnen und Mitstreiter!

„Bildung für alle und zwar umsonst“ hallte es am 13.11.08 durch Rüttenscheid, Holsterhausen und die Innenstadt. An diesem Tag gingen hier in Essen 1500 Schülerinnen und Schüler auf die Straße um ihrem Unmut über das bestehende Bildungssystem Luft zu machen.

Das kann und wird es nicht gewesen sein. Unser Widerstand gegen unser veraltetes Bildungssystem hält an! Hiermit rufen wir euch auf, euch an unseren Aktionen im Rahmen der bundesweiten Protestwoche vom 15.6 bis zum 20.6, insbesondere dem zweiten bundesweiten Schulstreik am 17.6 zu beteiligen.

Wir nehmen es nicht länger hin, dass wir nur noch lernen, um Prüfungen zu bestehen. Schule muss auch Lebensort sein. In den bis zu 13 Jahren werden wir in unserer Schule so geprägt wie an kaum einem anderen Ort. Laut dem Schulgesetz von NRW sollen „Schülerinnen und Schüler […] befähigt [werden], verantwortlich am sozialen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, beruflichen, kulturellen und politischen Leben teilzunehmen und ihr eigenes Leben zu gestalten.“ Aufgabe von Bildung sollte es also sein, uns zu mündigen Menschen zu erziehen. Derzeit ist Schule allerdings vor allem ein Ort des Leistungsdrucks.
Zentrale Prüfungen nutzen nur der Wirtschaft, der es nun noch leichter fällt SchülerInnen miteinander zu vergleichen. Das Abitur nach 12 Jahren erhöht nicht nur den Stressfaktor sondern erschwert außerdem RealschülerInnen den Zugang zum Abitur.
Deshalb fordern wir:

Abschaffung aller zentraler Prüfungen und des Turboabis!

Die Wirtschaft nimmt immer mehr Einfluss auf das Bildungssystem. So hat beispielsweise die Firma „Vattenfall“ zusammen mit der Initiative „Zukunft der Kohle“ ein Lehrbuch mit dem Namen „Zukunft des Umweltschutzes“ herausgebracht, das an manchen Schulen im Erdkundeunterricht verwendet wird.
Schulen werden immer weiter in die Eigenverantwortlichkeit gedrängt. Diese können dann zwar selbst entscheiden was mit ihrem Etat passiert, das Geld reicht aber hinten und vorne nicht. Nicht ohne Grund arbeiten das NRW Schulministerium und die Bertelsmann Stiftung seit 2002 gemeinsam an dem Projekt „selbstständige Schule NRW“. Denn wenn eine selbstständige Schule zu wenig Geld hat, sucht sie sich Sponsoren aus der Wirtschaft, die dann wiederum Werbung für sich in der Schule machen dürfen. Wir wollen differenziert und objektiv lernen, ohne Materialien, die von Unternehmen beeinflusst sind. Deshalb:

Wirtschaft raus aus den Schulen unsere Bildung bleibt werbefrei!

Die Bundesregierung wird regelmäßig von EU und UN dafür gerügt, dass das deutsche Schulsystem nach wie vor eines der selektivsten ist. In kaum einem anderen Industrieland hängen die Bildungschancen eines Kindes so stark von seiner sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Die Trennung nach der vierten Klasse in verschiedene Schulformen ist erwiesenermaßen nicht nur nachteilig für die Entwicklung jedes Kindes, es fördert zudem Konkurrenzdenken und Elitebildung. Also:

Eine Schule für alle! Wir wollen miteinander und nicht gegeneinander lernen!

Privatschulen, Kopiergeld, Klassenfahrten, Schulbücher; (gute) Bildung ist teuer. Jahr für Jahr fallen für Familien Beträge im dreistelligen Bereich an, um die Bildung ihrer Kinder zu bezahlen. Für Kinder aus einem sozial schwachen Umfeld sind diese Beträge immer wieder eine Herausforderung. Hinzu kommt, das der Essener Oberbürgermeister Kindern deren Eltern Hartz IV beziehen nicht einmal das Büchergeld erlassen will. Landesweit wird es Kindern, deren Eltern Hartz IV beziehen, schwer gemacht, das Abitur zu erlangen. Die jährliche Unterstützung für diese Kinder, in Höhe von 100 Euro, ist nur bis zur zehnten Klasse gültig, alles Weitere muss selber getragen werden. Schluss damit:

Für eine kostenfreie Bildung für alle, vollständige Lehr- und Lernmittelfreiheit!

Außerdem fordern wir:

Bundeswehr raus aus der Schule!
Mehr Lehrkräfte und kleinere Klassen!
Gleiches Recht für alle! Schluss mit der Benachteiligung von MigrantInnen!
Abschaffung von Kopfnoten!

Kommt am 17.06. zum Schulstreik und zeigt den Verantwortlichen was ihr von der jetzigen Bildungspolitik haltet. Solidarität ist eine Waffe wenn wir sie richtig einsetzen. Also auf zum bundesweiten Bildungsstreik, beteiligt euch an unserer Protestwoche!

Aktionswoche: Termine

Montag 15.06. : „Unser Unterricht stinkt!“ – Aktion am Willy-Brandt-Platz um 17:00 Uhr

Dienstag 16.06. : Transparente malen und Infotisch um um 16:00 Uhr auf der Kettwigerstr. vor C&A

13:45 Flashmob & 15:45 Demotraining am Uni Campus

Mittwoch 17.06. : !!! Schulstreik!!! 10 Uhr, Willy-Brandt-Platz

Donnerstag 18.06. : Podiumsdiskussion um 18:00 Uhr im JZE Papestr.

Freitag 19.06. : Konzert mit Holger Burner

Samstag 20.06.: Demo in Düsseldorf- Landesweite Demonstration

Bildungsstreik 2009!!!

Der bundesweite Bildungsstreik geht in die zweite Runde.
Nachdem schon im letzten Jahr 100.000 SchülerInnen in über 40 Städten die Schule bestreikten und für ihre Forderungen auf die Straße gingen, gilt es nun weiterzukämpfen:
– Für eine Schule für Alle- Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem
– Für kostenlose Bildung für Alle
– Für mehr LehrerInnen und kleinere Klassen
– Gegen die Schulzeitverkürzung

Deshalb wird es vom 15.-19. Juni eine bundesweite Streikwoche geben. Der Höhepunkt wird der bundesweite Bildungsstreik am Mittwoch den 17. Juni sein

Auch das Essener-SchülerInnenBündnis beteiligt sich dieses Jahr wieder an den Protesten und mobilisiert zum Bildungsstreik am 17.Juni.2009.

Ihr werdet außerdem dazu aufgerufen an den verschiedenen Aktionen in der Streikwoche teilzunehmen wie z.B. dem Abschlussonzert am 19.06.

Ein Aufruf und Material zur Mobilisierung folgen in Kürze.

Wenn ihr euch an den Vorbereitungen zum Schulstreik beteiligen wollt besucht doch die wöchentlichen ESiB- Treffen. Jeden Donnerstag um 18 Uhr in der Villa Rü (Giradetstr. 21)