Antirepressions Informationsabend!

Am 17. November 2009 streikten und protestierten bundesweit 85.000 SchülerInnen, Studierende, Auszubildende, LehrerInnen und GewerkschafterInnen gemeinsam für ein besseres Bildungssystem. Allein in Essen gingen etwa 4000 Menschen auf die Straße, um gegen Zentrale Abschlussprüfungen, Schulzeitverkürzung , Studiengebühren, die Bologna- Reform und das dreigliedrige Schulsystem zu demonstrieren. Mit Parolen wie „Bildung für alle – und zwar umsonst!“ und „Bei den Banken sind sie fix – für die Bildung tun sie nix!“ wollten die SchülerInnen und Studierenden auf die Missstände im derzeitigen Bildungssystem aufmerksam machen. Die Demonstration verlief von Anfang bis Ende und darüber hinaus vollkommen friedlich. Lediglich die Essener Polizei, die schon im Vorfeld machtdemonstrierend die geplante Route der VeranstalterInnen mit fadenscheinigen Begründungen verbot, handelte äußerst repressiv und versuchte die DemonstrantInnen einzuschüchtern. Nach Beendigung der von den VeranstalterInnen angemeldeten Demonstration ließ das Bedürfnis öffentlichkeitswirksam zu protestieren bei vielen DemonstrantInnen nicht nach; man wollte nicht länger ignoriert werden und den Protest dahin tragen, wo er auch mit Sicherheit gehört und gesehen wird. Sie schrien „Raus aus der Gosse, rein in die Innenstadt“ und machten sich von der Theater Passage auf in Richtung Kettwiger Straße. Dies versuchte die Polizei zu verhindern und veranlasste sie gewaltsam gegen friedlich demonstrierende SchülerInnen und Studierende vorzugehen. Hierbei kam es auch zu den ersten Ingewahrsamnahmen. Schließlich gelang es dennoch ca. 700 DemonstrantInnen ihren Protest in der Innenstadt fortzuführen, diesmal jedoch noch lauter und entschlossener, aber weiterhin friedlich. Zu keinem Zeitpunkt wurde irgendetwas zerstört. Zu keinem Zeitpunkt gab es das Bestreben, das Rathaus zu besetzen und die „durchbrochende Straßenabsperrung“ war nichts weiter als ein zur Seite geschobener Bauzaun. Als der Demonstrationszug schließlich das „City Center“ am Porscheplatz passierte, wären einige DemonstrantInnen am Ausgang beinahe von einem sich nähernden Polizeiwagen angefahren worden, was schließlich nur durch die schelle Reaktion der DemoteilnehmerInnen verhindert werden konnte. Die SchülerInnen und Studierenden, die durch den Ausgang kamen, wurden von der Bereitschaftspolizei geschlagen und zurückgestoßen. Es kam zu Übergriffen auf teils 14 jährige SchülerInnen. 154 DemoteilnehmerInnen wurden eingekesselt und anschließend in Gewahrsam genommen. Desweiteren kam es zu gewalttätigen Festnahmen von einzelnen DemonstrantInnen. Diesen Personen wird nun mit einer Anzeige gedroht.

Dieses Verhalten der Polizei ist nur ein weiteres Mittel der Repression gegen streikende SchülerInnen und Studierende. Die Schule versucht uns mit Fehlstunden, Tadeln, und sonstigen Strafen vom Streik abzuhalten, die Polizei macht es mit Gewalt. Mit dieser Art von Repression versucht man uns noch mehr einzuschüchtern und uns noch mehr Angst zu machen. Als hätten wir davon nicht schon längst genug: Angst vor einer schlechten Note; Angst den Abschluss nicht zu schaffen; Angst die Gebühren für das nächste Semester nicht bezahlen zu können. Fassen wir allerdings all unseren Mut zusammen, zeigen uns solidarisch und kämpfen für unsere Rechte, bemerken wir schnell, dass es jemanden gibt, der noch mehr Angst haben als wir: Angst davor, dass sich etwas ändern könnte; Angst davor, dass wir unsere Rechte einfordern.

Wir aber lassen uns unseren Willen nicht brechen und unseren Mut nicht nehmen. Wir bleiben auch nach dem Streik solidarisch und unterstützen uns gegenseitig. Darum lädt das Essener SchülerInnenbündnis alle von schulischen und/oder polizeilichen Repressionen Betroffenen am 03.12.2009 um 17:00 Uhr zu einem Informationsabend im Jugendzentrum Papestraße ein. Dort könnt ihr euch mit Fragen an uns richten und uns von den von euch erfahrenen Repressionen berichten. Wir werden dann versuchen, euch, sofern es uns möglich ist, zu informieren und zu unterstützen.