Drei Bildungsstreiks liegen hinter uns, und scheinbar regt sich etwas im Lande.
Zur Landtagswahl in NRW warben alle größeren Parteien mit Sätzen, die vermuten ließen: Sie haben verstanden worum es uns geht. Sie wissen, was wir fordern, und werden dies nun, so wir sie denn gewählt haben, umsetzen.

Doch falsch gedacht!
Abgesehen von der Tatsache, dass Wahlversprechen wenig verpflichtend sind, steckt hinter den Forderungen der Parteien bei weitem nicht das, was sich vermuten ließe.
Wir fordern seit Jahren „Eine Schule für Alle“. Die Grünen machten daraus „Eine Schule, die Alle fördert“. Wie diese Förderung aussieht, sehen wir seit Jahren: Mit 10 Jahren wird ein großer Teil von uns auf Hauptschulen geschickt, um individuell auf ein Leben ohne Perspektiven und jeglichen Wohlstand vorbereitet zu werden. In der Schule werden wir solange gefördert, bis nur noch die übrig sind, die dem bestialischen Leistungsdruck Stand gehalten haben, um diese dann in der Wirtschaft verwerten zu können.Sofern sie überhaupt die Möglichkeit haben, sich verwerten zu lassen, da sie sich auf dem hart umkämpften Ausbildungsmarkt behauptet haben. Und selbst dann ist keine gute Ausbildung gesichert: Durch die schrittweise Abschaffung des zweiten Berufssschultages wird selbst denen, die einen Ausbildungsplatz ergattern können, eine angemessene Vorbereitung auf ihren Berufsalltag verwehrt.

Ist die Bildungsstreikbewegung also gestrig?
Keineswegs! Nichts hat sich verändert, und nichts wird sich verändern, wenn der Druck auf die Herrschenden abnimmt.
Die Schulzeitverkürzung ist Realität.
Nach wie vor zahlen Großkonzerne Schulmaterial und -bücher im Austausch für diktierte Wahrheiten.
Nach wie vor wird im Kindesalter entshcieden, ob wir im Leben Erfolg haben oder nicht.
Nach wie vor werden wir in „gute“ und „schlechte“ Schüler sortiert, dank zentraler Prüfungen sogar bundesweit einheitlich.
Nach wie vor werden Schulen geschlossen.
Nach wie vor entscheidet die finanzielle Situation der Eltern, ob ein Studium überhaupt in Betracht zu ziehen ist.

Daher fordern wir jetzt, mehr denn je:

Eine Schule für Alle!

Ausbildungsplätze für Alle!

Erhalt des zweiten Berufsschultages!

Bundeswehr und Konzerne raus aus den Schulen!

Abschaffung aller zentralen Prüfungen!

Mehr Lehrer für kleinere Klassen!

Kostenlose Bildung für alle!