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2000 beim Bildung sstreik in Essen

In über 70 Städten protestierten Schüler_innen, Auszubildende und
Studierende erneut gegen Missstände im deutschen Bildungssystems.
In Essen trugen über 2000 Menschen den Protest auf die Straße.

Im Rahmen der bundesweiten Bildungsstreik-Aktionswoche 2010 fand auch in
Essen am 09. Juni
eine Demonstration von Schüler_innen, Studierenden und Auszubildenden
statt. Etwa 2000
Schüler_innen versammelten sich, trotz des schlechten Wetters, um 9 Uhr
am Willy-Brandt-Platz.
Zuvor trafen sich mehrere Schulen aus Essen-Süd, Rüttenscheid und
Holsterhausen zu einer
Spontandemo am Rüttenscheider Stern, um gemeinsam zum Startpunkt der
Demonstration zu
laufen. Danach ging es lautstark und kraftvoll durch die Essener
Innenstadt. Am Viehofer Platz
schlossen sich die Studierenden dem Demonstrationszug an. Mit lauten
Rufen und Sprechchören
wie „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“
sorgten die Demonstrierenden
gemeinsam für eine stimmungsvolle Protest-Atmosphäre. Die Demonstration
verlief friedlich und
endete nach einer Zwischenkundgebung am Rathaus-Vorplatz wieder am
Willy-Brandt-Platz. Auf
der Zwischenkundgebung wurden unter anderem die staatlichen
Repressionen, die letztes Jahr zum
so genannten „Essener Kinderkessel“ führten, scharf kritisiert. Zudem
hielten Vertreter_innen des
Essener Schüler_innen Bündnis, der Bezirksschüler_innen Vertretung sowie
der IG Bau weitere
Redebeiträge.
Wie im letzten Jahr richtete sich der Protest gegen die vielseitigen
Missstände im deutschen
Bildungssystem – verkürzte Schulzeiten, zu große Klassen, den Erhalt des
zweiten
Berufsschultages, Studiengebühren sowie die modularisierten
Bachelor/Master-Studiengänge
gehören zu den zentralen Inhalten des Protests.

Kurze Meldungen!

+ Die auf den Flyern abgedruckte Info-Telefonnummer ist falsch. Sie lautet richtig: 015784096444

+Wir möchten darauf aufmerksam machen, dass wie jedes Jahr das Tragen von Partei- und Nationalfahnen auf der Demo nicht erwünscht ist.

+ Das Streikpaket ist da!

Bußgeldbescheide gehen raus

Derzeitig verschickt die Essener Polizei Bußgeldbescheide an Bildungsstreikende aus Essen.
Wir wollen euch nochmals darum beten gegen die Bußgeldbescheide Einspruch einzulegen. Wie das geht erfahrt ihr in einem älteren Beitrag auf dieser Seite. Wir werden in den nächsten Tagen einen Anwalt mit dem Schreiben der Polizei vertraut machen, der die Vorwürfe der Polizei prüfen wird. Gemeinsam entscheiden wir dann wie am besten weiter damit umgegangen wird. Bis dahin Ruhe bewahren.

mit solidarischen Grüßen

das Essener-SchülerInnenbündnis

Aufruf für den 09.06.2010

Drei Bildungsstreiks liegen hinter uns, und scheinbar regt sich etwas im Lande.
Zur Landtagswahl in NRW warben alle größeren Parteien mit Sätzen, die vermuten ließen: Sie haben verstanden worum es uns geht. Sie wissen, was wir fordern, und werden dies nun, so wir sie denn gewählt haben, umsetzen.

Doch falsch gedacht!
Abgesehen von der Tatsache, dass Wahlversprechen wenig verpflichtend sind, steckt hinter den Forderungen der Parteien bei weitem nicht das, was sich vermuten ließe.
Wir fordern seit Jahren „Eine Schule für Alle“. Die Grünen machten daraus „Eine Schule, die Alle fördert“. Wie diese Förderung aussieht, sehen wir seit Jahren: Mit 10 Jahren wird ein großer Teil von uns auf Hauptschulen geschickt, um individuell auf ein Leben ohne Perspektiven und jeglichen Wohlstand vorbereitet zu werden. In der Schule werden wir solange gefördert, bis nur noch die übrig sind, die dem bestialischen Leistungsdruck Stand gehalten haben, um diese dann in der Wirtschaft verwerten zu können.Sofern sie überhaupt die Möglichkeit haben, sich verwerten zu lassen, da sie sich auf dem hart umkämpften Ausbildungsmarkt behauptet haben. Und selbst dann ist keine gute Ausbildung gesichert: Durch die schrittweise Abschaffung des zweiten Berufssschultages wird selbst denen, die einen Ausbildungsplatz ergattern können, eine angemessene Vorbereitung auf ihren Berufsalltag verwehrt.

Ist die Bildungsstreikbewegung also gestrig?
Keineswegs! Nichts hat sich verändert, und nichts wird sich verändern, wenn der Druck auf die Herrschenden abnimmt.
Die Schulzeitverkürzung ist Realität.
Nach wie vor zahlen Großkonzerne Schulmaterial und -bücher im Austausch für diktierte Wahrheiten.
Nach wie vor wird im Kindesalter entshcieden, ob wir im Leben Erfolg haben oder nicht.
Nach wie vor werden wir in „gute“ und „schlechte“ Schüler sortiert, dank zentraler Prüfungen sogar bundesweit einheitlich.
Nach wie vor werden Schulen geschlossen.
Nach wie vor entscheidet die finanzielle Situation der Eltern, ob ein Studium überhaupt in Betracht zu ziehen ist.

Daher fordern wir jetzt, mehr denn je:

Eine Schule für Alle!

Ausbildungsplätze für Alle!

Erhalt des zweiten Berufsschultages!

Bundeswehr und Konzerne raus aus den Schulen!

Abschaffung aller zentralen Prüfungen!

Mehr Lehrer für kleinere Klassen!

Kostenlose Bildung für alle!

Bildungsstreikblock am 20. März in Essen

Der Bildungsstreikblock auf der „Wir zahlen nich für eure Krise“ Demo trifft sich um 12:30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz vor Pieper. Orientiert euch an der gelben ESiB Fahne. Kommt zahlreich!

Ihr zahlt nicht für unsere Bildung? Wir zahlen nicht für eure Krise!

Ihr zahlt nicht für unsere Bildung?
Wir zahlen nicht für eure Krise!

Politik und Medien bemühen sich den Bildungsstreik als einen Protest darzustellen, bei dem Studierende mit der Unterstützung von SchülerInnen nur für ein angenehmeres Studium demonstrieren. Es liegt in ihrem Interesse den Bildungsstreik möglichst elitär aussehen zu lassen und so zu tun, als hätte er mit der Krise, ihren Auswirkungen und anderen Bewegungen nichts zu tun. Jedoch zeigt die Zusammenarbeit der Bildungsstreikbewegung mit Gewerkschaften, Erwerbsloseninitiativen und Gruppen aus der sozialen Bewegung bei der gemeinsamen Blockade der Kultusministerkonferenz am 10. Dezember letzten Jahres die Stärke und Tiefe unseres Protest, sowie die gesellschaftliche Verankerung.

Angesichts der kapitalistischen Krise ist gemeinsamer Widerstand der verschiedenen sozialen Proteste wichtiger denn je. Nicht nur Lohnabhängige, Erwerbslose, Auszubildene und RentnerInnen sind von der Krise betroffen, sondern auch wir SchülerInnen und Studierende spüren die Folgen der Krise. Gerade weil wir zusammen angegriffen werden, müssen wir uns zusammen wehren und dürfen uns dabei nicht spalten lassen. „Gemeinsam sind wir stark, alleine machen sie uns ein.“

Darum beteiligt euch am Bildungsstreikblock bei der „Wir zahlen nicht für eure Krise“ Demonstration am 20. März
2010 in Essen.

Geringere Steuereinnahmen und höhere Sozialausgaben treiben viele Kommunen in finanzielle Schwierigkeiten, einige stehen kurz vor der Pleite. Das zwingt die Kommunen an allen Ecken und Kanten zu sparen. So sollen in den nächsten fünf Jahren allein in Duisburg 12 Schulen geschlossen werden. Darüber hinaus sollen alle Ausbildungsplätze im Öffentlichen Dienst gestrichen und bestehende Auszubildene nicht übernommen werden. In der Kleinstadt Gladbeck stehen ebenfalls 2 Schulen vor dem Aus, über weitere Schulschließungen wird diskutiert. Für die betroffenen SchülerInnen bedeutet das längere Schulwege und noch größere Klassen. Durch weniger Einstellung von LehrerInnen sind sie in NRW ohnehin schon groß genug. In jeder zehnten Klasse sitzen mehr als 30 SchülerInnen, viele andere bewegen sich an der Grenze dazu. Das verhindert effektives Lernen.

Wir fordern:

Erhalt aller Schulen!
Mehr LehrerInnen: Klassengrößen von max. 20 SchülerInnen!

Bildung ist eine kostspielige Angelegenheit. Die Eigenbeiträge für Schulmaterial, Lehrbücher, Lektüren, Mittagessen und Klassenfahrten steigen immer weiter an und machen die Schule für viele Eltern zu einer finanziellen Herausforderung. Ein weiteres Mittel Bildungskosten zu Lasten der Lernenden einzusparen sind die vor einigen Jahren eingeführten Studiengebühren. Bildung und Uni nur noch für Reiche? Nicht mit Uns! Bildung ist ein Menschenrecht und darf nicht vom Wohlstand der Eltern abhängig gemacht werden. BaföG und Studienkredite sind keine Lösung, sondern verschieben die Kosten nur auf die Zeit nach dem Studium.

Kostenlose Bildung für Alle!
Studiengebühren abschaffen!

Über 1 Mio. Jugendliche sind auf Hartz IV angewiesen, Hunderttausende haben keinen Ausbildungsplatz und jedes Jahr kommen neue hinzu. Viele landen in der Falle der unbezahlten Praktika. Durch die Wirtschaftskrise wird die Konkurrenz um Ausbildungsplätze sich weiter verschärfen. Diejenigen mit Ausbildungsplatz müssen um ihre Zukunft bangen. Zwei Drittel aller Auszubildenen wissen noch nicht ob sie übernommen werden. Wer nichts kriegt, wird anschließend vom Job-Center gezwungen, Niedriglohn-Jobs, Zeit- oder Leiharbeit anzunehmen. Sie sind bei Entlassungen dann die ersten, die ihren Job verlieren.

Ausbildungsplätze für alle!
Übernahme aller Auszubildenen im erlernten Beruf!

Wir kämpfen auch für:
Die Abschaffung des Bachlor-/Mastersytem und des Turbo-Abitur: Demokratische Neugestaltung der Bildungsdauer, Prüfungs- und Studienordnungen!
Den Ausbau von Studienplätzen!
Eine Schule für alle! Weg mit dem mehrgliedrigen Schulsystem!

Wir zahlen nicht für eure Krise! Zwingen wir die Profiteure zur Kasse! Am 20.03.2010 in Essen.

Essener-SchülerInnenbündnis

bildung

Umgang mit Bußgeldbescheiden!

Beim Bildungsstreik am 17. November kam es nach der offiziellen Demonstration zu zahlreichen Ingewahrsamnahmen. Die Menschen aus dem sogenannten „Kinderkessel“ müssen nun mit einer Anzeige und Bußgeldbescheiden rechen. Allen Betroffenen wird dringend dazu geraten nicht auf die Briefe der Polizei zu antworten und Einspruch gegen den Bußgeldbescheid einzulegen. Das verschafft den Betroffenen erstmal Zeit. Das Einlegen des Einspruchs ist zunächst Risikolos und kann von jedem selbst gemacht werden. Sollte das Verfahren wider erwarten nicht eingestellt werden, kann bis kurz vor dem Gerichtstermin der Einspruch zurückgezogen werden. Somit gilt der alte Bußgeldbescheid ohne das Risiko weitere Kosten anzuhäufen. Eine Ratenzahlung kann auch dann noch beantragt werden.

Hier ein Muster-Einspruch:

Max Mustermann
Musterstraße 1
12345 Musterstadt

(Oben rechts: Ort,Datum)

Polizeipräsidium XY
Postfach XY
12345 Musterstadt

Betrifft: Bußgeldbescheid vom ________________
Aktenzeichen: ______________________

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit lege ich, Vorname Nachname, gegen o.g. Bußgeldbescheid
Einspruch ein.

Mit freundlichen Grüßen

_________________
Unterschrift

Auf nach Bonn!

Liebe GenossInnen,

Essener Treffpunkt für die gemeinsame Anreise nach Bonn zur Kultusminister Konferenz ist Donnerstag um 10:00 am Hbf Essen vor den Schließfächern!

Seid dabei und lasst die Kultusminister nachsitzen, denn sie haben es verdient!

Kultusminister Nachsitzen!

Aufruf des KMK-Bündnisses
K u l t u s m i n i s t e r n a c h s i t z e n!

Ein breites, gesellschaftliches Bündnis ruft auf zum Protest
gegen die Kultusministerkonferenz am 10. 12 2009 in Bonn

Wer sind wir?
Wir sind SchülerInnen, Azubis und Studierende vom Bildungsstreik, Erwerbslose aus den Erwerbsloseninitiativen und Arbeiter und Angestellte aus den Gewerkschaften.
Im Jahr 2009 gab es viele große Proteste gegen die Politik von Bundesregierung, Landesregierungen und Großkonzernen: Gegen die Abwälzung der Wirtschaftskrise auf die Schultern der arbeitenden Menschen, Erwerbslosen, SchülerInnen, Azubis, Studierenden und Rentner demonstrierten in Frankfurt und Berlin am 28.3. mehr als 55.000 Menschen unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise!“. Am 16. Mai forderten mehr als 100.000 Menschen in Berlin auf einer großen, vom DGB organisierten Demo, „Profiteure zur Kasse!“. Und am 17. Juni demonstrierten SchülerInnen, Azubis, Studierende und erwerbslose Jugendliche für ein anderes, besseres Bildungssystem ohne überfüllte Klassen, ohne Ausbildungsplatzmangel ohne Studiengebühren und gegen die explodierende Jugendarbeitslosigkeit. Mehr als 270.000 Jugendliche haben an diesem Tag ein klares Signal an Politik und Wirtschaft gegeben: Dass sie die Schnauze gestrichen voll haben.
Erster Erfolg der Proteste: Die Einführung der Studiengebühren hat nicht nur gestoppt, sondern der Wind hat sich gedreht. Und zwar sind in Hessen, in Schleswig-Holstein und im Saarland Studiengebühren wieder abgeschafft worden. Die Bildungsstreik-Bewegung hat nun auf ihrem bundesweiten Treffen in Münster zu Protesten und der Blockade der Kultusministerkonferenz („KMK“) aufgerufen. Und die größten Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Erwerbslosen Deutschlands, der DGB Köln/Bonn, attac Bonn und das Erwerbslosen Forum Deutschland, sind mit dabei gegen die „KMK“.
Gemeinsam sind wir stark!

Wer sind die „Kultusminister“…?
Die „Kultusminister“, das sind genau die MinisterInnen, die in ihren jeweiligen Bundesländern die Situation des Bildungssystems zu verantworten haben. Sie haben die Möglichkeit zu Veränderungen und wir wollen, dass sie die auch nutzen! Die „Kultusministerkonferenz“ ist ein Zusammenschluss der KultusministerInnen aller 16 Bundesländer, welche für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie weitere kulturelle Angelegenheiten zuständig sind. Also für die Bereiche, die uns SchülerInnen, Studierende, arbeitslose Jugendliche und Azubis direkt betreffen. Mehrmals im Jahr treffen sich die KultusministerInnen zur KMK. Und wenn sie über diese Themen beraten, werden unsere Forderungen und Interessen nicht beachtet.

…und was machen sie?
Was tatsächlich herauskommt bei der Politik der KultusministerInnen, das sind weitere Verschlechterungen im Bildungssystem, wie in den letzten Jahren z.B. der Abbau von demokratischer Mitbestimmung in Schule und Hochschule, die Einführung der Studiengebühren, der Lern-Terror durch zentrale Prüfungen, durch das Bachelor/Master-System und durch das Turbo-Abitur („G8“). Dazu kommt das verstärkte charakterliche und soziale Aussortieren und die Unterdrückung kritischer Meinungen durch die „Kopfnoten“.
In der Schule fehlt es an allem: Zu wenige LehrerInnen und überfüllte Klassen machen das Lernen (für beide Seiten!) unerträglich, die Gebäude bröckeln und viele SchülerInnen können sich das Schulmittagessen (falls es das überhaupt gibt) nicht leisten – genauso wie Klassenfahrten und Lehrbücher, Hefte, Stifte usw.

Während der Druck in Schule und Ausbildung immer größer wird, wächst die Jugendarbeitslosigkeit, wächst der Ausbildungsplatzmangel und werden die Löhne kräftig gesenkt, werden die Arbeitsbedingungen immer unsicherer und schlechter („Prekarisierung“). Millionen Jugendliche sind zu kostenlosen „Praktika“ anstelle bezahlter Arbeit gezwungen. Nach der sehr „kulturellen“ Dröhnung der 60-Stunden-Woche in Schule und Ausbildung bleibt dann weder Geld noch Zeit für anderweitige „kulturelle“ Aktivitäten. Und im „Hartz-IV“-Regelsatz sind pro Kind ganze 0,00€ für Bildung und Kultur vorgesehen – aber immerhin 2€ täglich für eine gesunde, ausgewogene Ernährung. Ein (billiges!) Schulmittagessen kostet 2,50€. Die Krönung hat das Bundessozialgericht am 29.10.09 beschlossen: Schülerfahrkarten müssen aus dem Hartz-IV-Regelsatz gekauft werden. Damit ist SchülerInnen z.B. das tägliche Frühstück entzogen.

Vor der Kamera werden uns die KultusministerInnen vielleicht wieder einmal erzählen, wie toll sie es finden, dass sich Jugendliche z.B. beim Bildungsstreik „engagieren“, und dass sie unsere „Vorschläge“ auf jeden Fall „berücksichtigen“ werden. Damit aber unsere Interessen von den PolitikerInnen großzügigerweise „berücksichtigt“ werden, müssen wir gemeinsam dafür kämpfen – und können uns nicht auf ihre Versprechungen verlassen!

Wofür Protest und ‚Nachsitzen‘?
Der Protest gegen die 16 KultusministerInnen ist oft über das ganze Land verstreut. Jetzt kommen sie alle in Bonn zusammen – und es wird eine Demonstration und eine Blockade geben! Um bei der Bildung und Erziehung der KultusministerInnen etwas nachzuhelfen, helfen vielleicht ein paar Stunden ‚Nachsitzen‘ bei ihrer Konferenz– z.B. durch eine Blockade! Unterstützt uns dabei, die MinisterInnen ‚nachsitzen‘ zu lassen!
Nachsitzen! – Unsere Forderungen an die KMK:

Gegen die katastrophalen Lehr- und Lernbedingungen – für selbstbestimmtes Leben und Lernen

# Weg mit dem Schulstress durch Schulzeitverkürzung, zentralen Prüfungen, starren Lehrplänen, Kopfnoten und zu großen Klassen!

# Weg mit dem Leistungsdruck u.a. in Form des Bachelor-Master-Systems!

# Eine Schule für alle – statt Aussortieren in Haupt-, Real-, Gesamt- und Sonderschüler!

# Fachlich und pädagogisch gut ausgebildete ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen! Und davon viel mehr!

Freier Zugang zu allen Bildungs- und Kultureinrichtungen und Abschaffung sämtlicher Bildungsgebühren

# Abschaffung von Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kitagebühren!

# Ausbildung mit anschließender Übernahme für alle im erlernten Beruf!

# elternunabhängiges BAFöG ,ohne Zurückzahlen für jede_n!

# Weg mit jeglicher Begrenzung des Hochschulzugangs durch Abitur, „NC“ usw.!

# Kostenlose Fahrt im öffentlichen Personennahverkehr für alle!

# Kostenlose Einzelbetreuung (Nachhilfe), Verpflegung, Materialien und Klassenfahrten!

Öffentliche Finanzierung des Bildungssystems – ohne Einfluss der Wirtschaft

# Mehr Gehalt für ErzieherInnen, LehrerInnen, SozialpädagogInnen und DozentInnen!

# Weg mit dem Einfluss von Wirtschaft, Militär und Polizei auf die Bildung!

Demokratisierung durch Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen
# Verfasste Studierendenschaften mit Finanzhoheit und politischem Mandat in allen Bundesländern! Auch für die SVen!
# Weg mit Hochschulrat und Stiftungsrat als höchste Entscheidungsebene an Hochschulen!
# Drittelparität in den Schulkonferenzen und an den Hochschulen!

#Abschaffung der Leih- und Zeitarbeit sowie prekärer Arbeitsverhältnisse – Wir sind nicht eure „Generation Praktikum“!

#Weg mit Hartz IV! Her mit 500€ Grundsicherung, 30-Stundenwoche und 10€ Mindestlohn – Sonst kann man von Bildung und Kultur nur träumen!

Antirepressions Informationsabend!

Am 17. November 2009 streikten und protestierten bundesweit 85.000 SchülerInnen, Studierende, Auszubildende, LehrerInnen und GewerkschafterInnen gemeinsam für ein besseres Bildungssystem. Allein in Essen gingen etwa 4000 Menschen auf die Straße, um gegen Zentrale Abschlussprüfungen, Schulzeitverkürzung , Studiengebühren, die Bologna- Reform und das dreigliedrige Schulsystem zu demonstrieren. Mit Parolen wie „Bildung für alle – und zwar umsonst!“ und „Bei den Banken sind sie fix – für die Bildung tun sie nix!“ wollten die SchülerInnen und Studierenden auf die Missstände im derzeitigen Bildungssystem aufmerksam machen. Die Demonstration verlief von Anfang bis Ende und darüber hinaus vollkommen friedlich. Lediglich die Essener Polizei, die schon im Vorfeld machtdemonstrierend die geplante Route der VeranstalterInnen mit fadenscheinigen Begründungen verbot, handelte äußerst repressiv und versuchte die DemonstrantInnen einzuschüchtern. Nach Beendigung der von den VeranstalterInnen angemeldeten Demonstration ließ das Bedürfnis öffentlichkeitswirksam zu protestieren bei vielen DemonstrantInnen nicht nach; man wollte nicht länger ignoriert werden und den Protest dahin tragen, wo er auch mit Sicherheit gehört und gesehen wird. Sie schrien „Raus aus der Gosse, rein in die Innenstadt“ und machten sich von der Theater Passage auf in Richtung Kettwiger Straße. Dies versuchte die Polizei zu verhindern und veranlasste sie gewaltsam gegen friedlich demonstrierende SchülerInnen und Studierende vorzugehen. Hierbei kam es auch zu den ersten Ingewahrsamnahmen. Schließlich gelang es dennoch ca. 700 DemonstrantInnen ihren Protest in der Innenstadt fortzuführen, diesmal jedoch noch lauter und entschlossener, aber weiterhin friedlich. Zu keinem Zeitpunkt wurde irgendetwas zerstört. Zu keinem Zeitpunkt gab es das Bestreben, das Rathaus zu besetzen und die „durchbrochende Straßenabsperrung“ war nichts weiter als ein zur Seite geschobener Bauzaun. Als der Demonstrationszug schließlich das „City Center“ am Porscheplatz passierte, wären einige DemonstrantInnen am Ausgang beinahe von einem sich nähernden Polizeiwagen angefahren worden, was schließlich nur durch die schelle Reaktion der DemoteilnehmerInnen verhindert werden konnte. Die SchülerInnen und Studierenden, die durch den Ausgang kamen, wurden von der Bereitschaftspolizei geschlagen und zurückgestoßen. Es kam zu Übergriffen auf teils 14 jährige SchülerInnen. 154 DemoteilnehmerInnen wurden eingekesselt und anschließend in Gewahrsam genommen. Desweiteren kam es zu gewalttätigen Festnahmen von einzelnen DemonstrantInnen. Diesen Personen wird nun mit einer Anzeige gedroht.

Dieses Verhalten der Polizei ist nur ein weiteres Mittel der Repression gegen streikende SchülerInnen und Studierende. Die Schule versucht uns mit Fehlstunden, Tadeln, und sonstigen Strafen vom Streik abzuhalten, die Polizei macht es mit Gewalt. Mit dieser Art von Repression versucht man uns noch mehr einzuschüchtern und uns noch mehr Angst zu machen. Als hätten wir davon nicht schon längst genug: Angst vor einer schlechten Note; Angst den Abschluss nicht zu schaffen; Angst die Gebühren für das nächste Semester nicht bezahlen zu können. Fassen wir allerdings all unseren Mut zusammen, zeigen uns solidarisch und kämpfen für unsere Rechte, bemerken wir schnell, dass es jemanden gibt, der noch mehr Angst haben als wir: Angst davor, dass sich etwas ändern könnte; Angst davor, dass wir unsere Rechte einfordern.

Wir aber lassen uns unseren Willen nicht brechen und unseren Mut nicht nehmen. Wir bleiben auch nach dem Streik solidarisch und unterstützen uns gegenseitig. Darum lädt das Essener SchülerInnenbündnis alle von schulischen und/oder polizeilichen Repressionen Betroffenen am 03.12.2009 um 17:00 Uhr zu einem Informationsabend im Jugendzentrum Papestraße ein. Dort könnt ihr euch mit Fragen an uns richten und uns von den von euch erfahrenen Repressionen berichten. Wir werden dann versuchen, euch, sofern es uns möglich ist, zu informieren und zu unterstützen.